Einheit in Vielfalt – Bremens internationale Stimmen während des Tag der Deutschen Einheit


Sechsunddreißig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands bleibt der Tag der Deutschen Einheit für viele ein Zeichen der Hoffnung. Wie die Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft, Antje Grotheer, betonte, ist ein vereintes Deutschland, das sich gemeinsam weiterentwickelt, ein Grund zum Feiern. Diesem Gedanken wurde Bremen am Wochenende vom 2. bis 4. Oktober mehr als gerecht: Menschen kamen zusammen, um diesen besonderen Tag gemeinsam zu feiern.
Als drei Freiwillige des Europäischen Solidaritätskorps (ESK), die derzeit in der Europaabteilung und der Bremischen Bürgerschaft tätig sind, hatten wir die Gelegenheit, den Tag der Deutschen Einheit aus einer besonderen Perspektive zu erleben. Dabei erhielten wir Einblicke in die Arbeit der Bremer Institutionen und erfuhren, wie sie Europa, internationale Zusammenarbeit und demokratische Werte für die Öffentlichkeit erlebbar machen.
Im Europazelt wurde Europa spielerisch erkundet: Beim Glücksrad konnten Besucherinnen und Besucher ihr Wissen über die EU testen und kleine Erinnerungsstücke gewinnen. Eine große Europakarte lud darüber hinaus zum Rätseln ein. Die Zahlen auf den einzelnen Ländern gaben Anlass, gemeinsam nach Antworten zu suchen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wie international Bremen vernetzt ist, zeigte das Zelt der Abteilung für Internationale Beziehungen und Entwicklungszusammenarbeit. Mit einer Fotobox und einem interaktiven Spiel konnten Besucherinnen und Besucher die Partnerstädte Bremens entdecken. In der Bremischen Bürgerschaft stand dagegen die Demokratie im Mittelpunkt: Hier wurde zum Austausch über demokratische Werte und gesellschaftliche Teilhabe eingeladen.
An den verschiedenen Stationen wurde deutlich, dass der Tag der Deutschen Einheit nicht nur einen Rückblick auf die deutsche Geschichte ermöglicht, sondern auch eine Gelegenheit bietet, Europa, internationale Verbundenheit und demokratische Werte gemeinsam zu erleben.
Für den Tag der Deutschen Einheit bestand unsere Aufgabe darin, einen Social-Media-Beitrag zu gestalten, der die Veranstaltungen und die Atmosphäre des Wochenendes einfängt. Da wir selbst erst vor Kurzem in Bremen angekommen waren, wollten wir herausfinden, wie die internationale und migrantische Community der Stadt die deutsche Einheit erlebt. Dafür produzierten wir ein Reel, in dem wir Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen interviewten und sie fragten, was der Tag der Deutschen Einheit für sie und die Gemeinschaften bedeutet, die sie vertreten.
Schnell wurde uns klar, dass diese Frage relevanter war, als wir zunächst gedacht hatten. Für Polen steht die deutsche Wiedervereinigung auch im Zusammenhang mit den politischen Veränderungen nach dem Ende des Ostblocks und der späteren Integration Mittel- und Osteuropas in die Europäische Union. Auch Tanja Baerman, Leiterin der Europaabteilung, verwies auf die parallele Entwicklung Deutschlands und der EU sowie auf die gemeinsame Suche nach Freiheit, Demokratie und Einheit. Wie wir im Laufe unserer Gespräche feststellten, sind diese Werte bis heute von großer Bedeutung – auch für Länder wie die Ukraine.
Aus den Interviews gingen wir mit einer neuen Wertschätzung für das Wort „Einheit“ und seine grenzüberschreitende Bedeutung hervor. Als die Zelte abgebaut wurden und Bremen langsam zum Alltag zurückkehrte, blieb für uns eine wichtige Erkenntnis: Die Suche nach Einheit ist universell. Und vielleicht finden wir gerade in unserer Vielfalt den Zusammenhalt, der uns trotz aller Herausforderungen verbindet.



